Die Brennnessel

(Urtica dioica)

Die Brennnessel (Urtica dioica ) ist eine Heilpflanze, die jeder kennt – und die dennoch oft gemieden wird. Ihr schmerzhafter Ruf eilt ihr voraus. Doch hinter dieser wehrhaften Oberfläche verbirgt sich eine der nährstoff- und wirkstoffreichsten Heilpflanzen unserer heimischen Flora.

 

 

Sie vereint eine außergewöhnliche Fülle an bioaktiven Inhaltsstoffen:

– Vitamine (A, Carotin, B2, Panthotensäure, C, K1, Folsäure)
– Enzyme
– Gewebshormone
– Kieselsäure
– Mineralstoffe (Eisen, Kalium, Calcium und Natrium)

Vom Mittelalter bis zur modernen Wissenschaft

Im Mittelalter wurde die Pflanze zur Fertigung von „Nesselstoff“, also in der Textilherstellung, genutzt. Heute ist ihr therapeutischer Wert wissenschaftlich gut belegt: In der Humanmedizin finden insbesondere Brennnesselwurzeln Anwendung bei Prostataerkrankungen (1), während das Kraut vor allem bei rheumatischen Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt wird (2). Darüber hinaus werden ihre entzündungshemmenden, stoffwechselanregenden, mild blutdrucksenkenden und ausscheidungsfördernden Eigenschaften geschätzt (3). Auch ihre unterstützende Wirkung auf die Bauchspeicheldrüse sowie ihre milchbildenden Effekte sind bekannt. Sie findet ebenso Anwendung bei Ekzemen, Blutarmut und allgemeinen Erschöpfungszuständen (4).

Wertvoll in der Tiermedizin

In der Tiermedizin und Tierernährung macht man sich die besonderen, den Stoffwechsel anregenden Eigenschaften dieser Heilpflanze zunutze. Im Vordergrund stehen dabei ihre entzündungshemmenden Eigenschaften, die Förderung des Stoffwechsels sowie die Anregung der Nierenfunktion und damit die verbesserte Ausscheidung von Stoffwechselabbauprodukten (3). Gleichzeitig kann sie die Aufbaukräfte stärken und zur allgemeinen Vitalität beitragen – ein Vorteil sowohl in der Prophylaxe als auch in der begleitenden Therapie.
So zeigt sich: Die Brennnessel ist weit mehr als ein lästiges Unkraut. Richtig eingesetzt, entfaltet sie ihr Potenzial als kraftvolle, natürliche Unterstützung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit – bei Mensch und Tier gleichermaßen.

Küchentipp – Profitieren auch Sie von der Brennnessel:
Nutzen auch Sie die Vorzüge der Brennnessel. Nicht nur als Tee zubereitet, ist die Brennnessel genießbar, sondern verarbeitet im Spinat oder als Spinatersatz ist sie eine sehr geschmack- und wertvolle Ergänzung oder Alternative. Guten Appetit.

1. Chrubasik JE, Roufogalis BD, Wagner H, Chrubasik S. A comprehensive review on the stinging nettle effect and efficacy profiles. Phytomedicine. 2007 Aug;14(7-8):568-79.
2. Randall C, Randall H, Dobbs F, Hutton C, Sanders H. Randomized controlled trial of nettle sting for treatment of base-of-thumb pain. J R Soc Med. 2000 Jun;93(6):305-9.
3. Taheri Y, Quispe C, Herrera-Bravo J, Sharifi-Rad J, Ezzat SM, Merghany RM, Shaheen S, Azmi L, Prakash Mishra A, Sener B, Kılıç M, Sen S, Acharya K, Nasiri A, Cruz-Martins N, Tsouh Fokou PV, Ydyrys A, Bassygarayev Z, Daştan SD, Alshehri MM, Calina D, Cho WC. Urtica dioica-Derived Phytochemicals for Pharmacological and Therapeutic Applications. Evid Based Complement Alternat Med. 2022:4024331.
4. Wójcik-Borowska K, Wójciak W, Żuk M, Luchowski P, Skalska-Kamińska A, Pacuła W, Sowa I, Wójciak M. Oxidative Stress Protection and Anti-Inflammatory Activity of Polyphenolic Fraction from Urtica dioica: In Vitro Study Using Human Skin Cells. Molecules. 2025; 30(12):2515.

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